Bullion bezeichnet Edelmetall, das nach Gewicht und Feingehalt gehandelt wird: Barren und Anlagemünzen, deren Preis eng am Metallwert liegt.
Was zählt als Bullion?
Der Begriff kommt aus dem Englischen und meint Edelmetall in Handelsform. Im deutschen Sprachgebrauch spricht man auch von Anlagemünzen und Anlagebarren. Das Kennzeichen: Der Preis ergibt sich aus dem Metallgehalt plus einem überschaubaren Aufgeld. Seltenheit, Auflage oder Erhaltung spielen keine Rolle. Das unterscheidet Bullion von Sammlermünzen, bei denen Sammler für Motiv und Auflage bezahlen.
Die gefragtesten Bullionmünzen in Deutschland
| Münze | Herkunft | Feingehalt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Krügerrand | Südafrika | 916,7 | seit 1967, sehr hohe Bekanntheit beim Wiederverkauf |
| Maple Leaf | Kanada | 999,9 | Sicherheitsmerkmale auf der Oberfläche |
| Wiener Philharmoniker | Österreich | 999,9 | Nennwert in Euro, in Europa sehr verbreitet |
| Britannia | Vereinigtes Königreich | 999,9 | seit 2013 in 999,9 |
| Känguru | Australien | 999,9 | als Gold- und Silbermünze verbreitet |
Alle fünf sind gesetzliches Zahlungsmittel ihres Ausgabelands. Die Goldversionen erfüllen damit die Bedingungen für umsatzsteuerfreies Anlagegold. Bei den Silberversionen fällt Umsatzsteuer an, was den Preisabstand zum Metallwert spürbar vergrößert.
Woran Sie Bullion beim Händler erkennen
Bei Anlageprodukten nennen Händler Feingewicht, Feingehalt und Hersteller, der Preis folgt im Tagesverlauf dem Goldkurs. Steht dagegen eine limitierte Auflage, eine Prägequalität wie polierte Platte oder ein Etui im Vordergrund, handelt es sich meist um ein Sammlerstück. Auch der Nennwert sagt nichts über den Wert aus: Ein Wiener Philharmoniker mit einer Unze trägt 100 Euro Nennwert, sein Goldwert liegt um ein Vielfaches darüber. Für den Vergleich zählt allein, wie viel Feingold Sie je Euro Endpreis erhalten.
Münze oder Barren?
- Barren haben pro Gramm meist den geringsten Aufschlag, vor allem ab 100 g. Achten Sie auf einen bekannten Hersteller, idealerweise mit LBMA-Zulassung.
- Münzen kosten pro Gramm etwas mehr, lassen sich aber leichter in kleinen Teilen verkaufen und werden weltweit erkannt.
- Kleine Stückelungen wie 1 g oder 1/10 oz haben den höchsten Aufschlag je Gramm und eignen sich eher für Geschenke als für größere Beträge.
Rechenbeispiel
Für 10 Feinunzen können Sie zehn 1-oz-Münzen oder einen Barren mit 311 g wählen. Der Barren ist meist günstiger je Gramm, die zehn Münzen geben Ihnen dafür die Möglichkeit, später einzeln zu verkaufen. Vergleichen Sie beide Wege über die Gesamtübersicht Gold zur Geldanlage oder direkt den Maple Leaf mit einer Unze. Für Silber lohnt sich ein Blick auf Silberbarren im Preisvergleich.
Verwandte Begriffe
Sammlermünzen Aufgeld Anlagegold LBMA
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Bullion und Sammlermünzen?
Bullionmünzen werden nach Metallwert gehandelt, Sammlermünzen nach Seltenheit, Motiv und Erhaltung, was einen deutlich höheren Aufpreis bedeuten kann.
Welche Goldmünze ist in Deutschland am beliebtesten?
Zu den meistgehandelten Goldmünzen in Deutschland zählen Krügerrand, Maple Leaf und Wiener Philharmoniker.
Sind Bullionmünzen mehrwertsteuerfrei?
Goldene Bullionmünzen sind als Anlagegold umsatzsteuerfrei, silberne Bullionmünzen dagegen nicht.