Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem ein Händler Gold verkauft, und dem Ankaufspreis, den er Ihnen beim Rückkauf zahlt.

Verkaufspreis und Ankaufspreis

Jeder Edelmetallhändler nennt zwei Preise: den Verkaufspreis, zu dem Sie kaufen, und den Ankaufspreis, zu dem er dieselbe Münze zurücknimmt. Der Abstand ist der Spread. Er zeigt, wie viel der Goldpreis steigen muss, bevor Sie nach dem Kauf wieder bei null stehen.

Der Spread hat zwei Teile: das Aufgeld beim Kauf über dem Spotpreis und den Abschlag beim Ankauf unter dem Spot. Für bekannte Bullionmünzen zahlen viele Händler im Ankauf nahe am Metallwert, für Schmuck, beschädigte Münzen oder unbekannte Barren deutlich weniger.

Rechenbeispiel mit einem 1-oz-Philharmoniker

Angenommen, der Händler verkauft einen Philharmoniker zu 104 % des Metallwerts und kauft ihn zu 98 % zurück:

  • Spread: 104 − 98 = 6 Prozentpunkte des Metallwerts.
  • Gemessen am Kaufpreis: 6 ÷ 104 = rund 5,8 % Verlust bei sofortigem Wiederverkauf.
  • Der Goldpreis in Euro muss also um gut 6 % steigen, damit Sie ohne Verlust verkaufen.

Das ist ein Rechenmodell, keine heutigen Preise. Den Kaufpreis derselben Münze vergleichen Sie bei den Händlern für den 1-oz-Philharmoniker.

Den Spread in Österreich klein halten

  1. Bekannte Produkte kaufen. Philharmoniker, Krügerrand, Maple Leaf und Barren großer Scheideanstalten werden überall angekauft.
  2. Verpackung und Rechnung aufheben. Barren mit Zertifikat und Münzen ohne Kratzer erzielen bessere Ankaufspreise. Die Rechnung belegt außerdem das Kaufdatum: Nach mehr als einem Jahr ist der Gewinn steuerfrei (siehe Anlagegold und § 31 EStG).
  3. Bei Silber langfristig planen. Beim Kauf zahlen Sie meist 20 % Umsatzsteuer, die Ihnen beim Verkauf an den Händler niemand erstattet. Der Spread ist bei Silber daher meist deutlich größer als bei Gold.
  4. Steuer mitrechnen. Verkaufen Sie innerhalb eines Jahres mit Gewinn, kann Einkommensteuer anfallen. Den Fall prüfen Sie mit dem Rechner für die Steuer auf Gold in Österreich.

Spread bei Barren nach Größe

Bei 1-kg-Barren ist der Spread in Prozent meist am kleinsten. Kleine Barren sind im Kauf teuer, im Ankauf wird oft nur knapp der Metallwert bezahlt. Wer größere Beträge anlegt und nicht in Teilen verkaufen muss, fährt mit Barren ab 100 Gramm oft besser. Bei Sammlermünzen kann der Spread sehr groß werden, weil der Sammleraufschlag im Ankauf oft nicht bezahlt wird.

Verwandte Begriffe

Aufgeld Spotpreis Anlagegold Sammlermünzen

Häufige Fragen

Was ist der Spread bei Gold?

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis des Händlers und dem Preis, zu dem er Ihnen das Gold wieder abkauft.

Warum ist der Spread bei Silber größer als bei Gold?

Beim Silberkauf zahlen Sie in Österreich meist 20 % Umsatzsteuer, die Sie beim Verkauf an den Händler nicht zurückbekommen.

Muss ich beim Verkauf mit Gewinn Steuer zahlen?

Nur wenn Sie innerhalb eines Jahres nach dem Kauf verkaufen und alle Spekulationseinkünfte des Jahres zusammen 440 Euro übersteigen.